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Projekt Streuobst
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Baumexkursion im Park Dieskau |
Das Projekt Streuobst
Das Gesamtziel des Projektes bestand im Erhalt und der Verbesserung des nach § 30 NatSchG LSA besonders geschützen Biotops Streuobstwiese im Bereich des Schlossparkes Dieskau.
Streuobstwiesen sind von Menschen gestaltete Biotope und prägten über Jahrhunderte unsere Kulturlandschaft mit. Anders als zur Zeit ihrer Anlage haben sie heute eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Die Kombination von starkwüchsigen Gehölzen und Grünland, verbunden mit einer meist extensiven Bewirtschaftung, bot und bietet vielen Pflanzen- und Tierarten Lebens- und Rückzugsraum.
In der Agrarlandschaft erfüllen Streuobstwiesen die Funktion des Biotopverbundes.
Auch die Bodenvegetation, oft an Nährstoffarmut angepasst, zeichnet sich durch hohe Vielfalt und zahlreiche seltene Arten aus.
Im Zuge der Intensivierung des Obstbaues wurden Streuobstwiesen in ökologisch verarmte Niederstammplantagen umgewandelt oder aufgegeben. Hinzu kommen Gefährdungen durch Flurbereinigung, Verkehrswege und Bebauung. Zahlreiche Rote-Listen-Arten sind heute auf dieses seltener gewordene Biotop angewiesen.
Als Element der Kulturlandschaft ist eine kontinuierliche Pflege unumgänglich.
Der Dieskauer Park ist ein historischer Landschaftsgarten im englischen Stil. Er wurde zwischen 1778 und 1784 angelegt und war seinerzeit mit dem Wörlitzer Park vergleichbar. Auf 66 ha finden sich Teiche, ein Grabensystem, Denkmäler und bauliche Objekte. In den letzten Jahrzehnten verfiel die Parkanlage, es bildete sich ein Mosaik kleinflächiger Lebensräume, in denen unter anderem 12 Pflanzenarten und mehrere Tierarten der Roten Liste Sachsen-Anhalts sowie 180 Vogelarten, davon 90 als Brutvögel, nachgewiesen sind.
Zu diesen Biotopen gehören drei Streuobstwiesen, die seit längerer Zeit nicht oder nur sporadisch bewirtschaftet wurden.
In einer ersten Phase wurde der Zustand des Lebensraumes Streuobstwiese erfasst, ein Obstbaumkataster angelegt, Sortenbestimmungen durchgeführt sowie Daten zur Flora und Fauna ermittelt.
Daraus wurden Maßnahmen zur Sanierung und Pflege der Streuobstwiesen abgeleitet, die zum langfristigen Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt notwendig sind.
Ein 3. Schwerpunkt war die umweltpädagogische Erschließung durch Initiierung und Unterstützung von schulischen Projekten, so dass Umwelterziehung und Umweltbildung vor Ort erlebt werden können.
Die Bedeutung dieses Biotops für den Naturhaushalt unserer Kulturlandschaft ist vielen Bürgerinnen und Bürgern unbekannt. Deshalb war es ein weiteres Hauptziel die Öffentlichkeit darüber aufzuklären und so einen Beitrag zur Förderung des Umweltbewusstseins zu leisten.
Diese Öffentlichkeitsarbeit ergänzt die Maßnahmen der Gemeinde und mehrerer eingetragener Vereine, den Schlosspark für eine naturverträgliche Erholungsnutzung zu erschließen.
Umweltpreis
Projekt "DenkMal an die Natur" gewinnt 2. Umweltpreis des Landes
Das Projekt-Team von Förderverein Park Dieskau e.V., UfU e.V.,
der Gemeinde Kabelsketal und dem BUND Halle-Saalkreis
erhielt am 30. Juni 2004 in Magdeburg den 2. Preis des Umweltpreises des Landes.








